OpenAI & AMAZON: 38-Milliarden-Dollar-Deal für Rechenleistung

OpenAI hat gerade ein Siebenjahres-Abkommen über 38 Milliarden Dollar mit Amazon Web Services (AWS) für Rechnerinfrastruktur abgeschlossen. Dies ist die bisher größte Diversifizierung des Unternehmens weg von Microsofts Cloud-Diensten.

Was das bedeutet: OpenAI skaliert seine bereits jetzt erstaunlichen Verpflichtungen im Bereich der Rechenleistung weiter hoch. Dieser riesige Deal kommt zu einer Zeit, in der viele die Nachhaltigkeit dieser Ausgaben angesichts der Einnahmen des KI-Führers infrage stellen. openai.com

COCA-COLA: Doppelt so viel KI in der Weihnachtswerbung

Coca-Cola startete seine Weihnachtskampagne 2025 mit KI-generierten Versionen seiner ikonischen "Holidays Are Coming"-Werbespots. Dies geschieht ein Jahr, nachdem der erste KI-Versuch bei Kreativen Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der Technologie auf Künstler ausgelöst hatte. (Video ist nicht in Deutschland verfügbar )

SCALE AI: Neuer Index testet Automatisierung von Freelancer-Aufgaben

Scale AI und das Center for AI Safety haben den "Remote Labor Index" veröffentlicht. Dieser neue Vergleichstest prüft KI-Modelle anhand echter Freelancer-Projekte und zeigt, dass selbst die besten Systeme weniger als 3 % der Aufgaben auf professionellem menschlichem Niveau erledigen.

Was das bedeutet: Die Lücke zwischen dem Hype um Vergleichstests und der realen Automatisierung wurde nun beziffert. Die Koordination komplexer Arbeitsergebnisse übersteigt die Fähigkeiten aktueller KI, auch wenn die reinen Denk-Bewertungen (Reasoning Scores) steigen. arxiv.org

APPLE & GOOGLE: Gemini- Modell für überarbeitete Siri

Apple hat Berichten zufolge Pläne finalisiert, eine angepasste 1,2-Billionen-Parameter-Version von Googles Gemini- Modell für die lange verzögerte Überarbeitung von Siri einzusetzen. Laut Bloomberg verpflichtet sich Apple zu jährlichen Lizenzgebühren von etwa 1 Milliarde Dollar.

Was das bedeutet: Nach Jahren der Verzögerungen ist Gemini das Modell, das den Sprachassistenten (zumindest teilweise) in die KI-Welt bringen soll. Ob Apple die Entwicklung einer eigenen, ebenbürtigen Lösung gelingt, bleibt abzuwarten. bloomberg.com

MOONSHOT AI: Kimi K2 Thinking setzt neue Maßstäbe für Open Source

Das von Alibaba unterstützte chinesische Startup Moonshot AI hat Kimi K2 Thinking veröffentlicht, ein Open-Source-Modell für logisches Denken. Es erreicht oder übertrifft Modelle wie GPT-5 und Claude 4.5 Sonnet in einer Reihe von Vergleichstests - und das zu deutlich geringeren Kosten.

Was das bedeutet: Nvidia-CEO Jensen Huang sagte erst vor wenigen Tagen, China sei in der KI "Nanosekunden" hintendran. K2 Thinking ist das Nächste, was sowohl Open Source als auch chinesische Labore an die absolute Spitze herangekommen sind, und die Preisgestaltung macht es zu einer sehr ernsten Alternative. moonshotai.github.io

MCKINSEY: Der KI-Realitätscheck 2025

McKinsey hat seine Umfrage "State of AI 2025" unter fast 2.000 Organisationen veröffentlicht. Sie zeigt: Obwohl fast jedes Unternehmen inzwischen KI nutzt, stecken die meisten in Pilotprojekten fest.

Was das bedeutet: Die wichtigste Lektion kommt von den "High Performern". Ihr Erfolg zeigt, dass der wahre Wert der KI nicht nur in Effizienzsteigerungen liegt, sondern in der Neugestaltung von Arbeitsabläufen und der Nutzung als Motor für Innovation. mckinsey.com

Weitere Kurznachrichten der Woche

  1. Anthropic archiviert Modelle: Anthropic kündigte an, alle Claude- Modelle auf unbestimmte Zeit aufzubewahren und vor ihrer "Pensionierung" sogar Abschlussgespräche zu führen. Als Grund werden u.a. Sicherheitsrisiken und die Unsicherheit über ein mögliches KI-Bewusstsein genannt. anthropic.com
  2. Japanische Studios gegen OpenAI: Anime-, Manga- und Spielefirmen (darunter Studio Ghibli und Bandai Namco) forderten OpenAI auf, ihre Inhalte nicht mehr für das Training von Sora-Videomodellen zu verwenden. automaton-media.com
  3. Microsoft in den VAE: Microsoft kündigte eine Investition von 15,2 Milliarden Dollar in den Vereinigten Arabischen Emiraten bis 2029 an, einschließlich des Ausbaus von Rechenzentren mit über 80.000 Nvidia-GPUs. blogs.microsoft.com
  4. Edison Scientifics Kosmos: Das Spin-off Edison Scientific stellte "Kosmos" vor - ein autonomes KI-Forschungssystem, das laut Testern sechs Monate wissenschaftlicher Arbeit an einem einzigen Tag erledigen kann. edisonscientific.com
  5. OpenAI-Geschäftskunden: OpenAI gab bekannt, dass es jetzt über 1 Million Geschäftskunden hat. ChatGPT for Work wuchs in zwei Monaten um 40 % auf über 7 Millionen Plätze. openai.com
  6. OpenAI zu Superintelligenz: OpenAI teilte seine Ansicht zum KI-Fortschritt mit und prognostiziert, dass Systeme bald intelligent genug sein werden, um Entdeckungen zu machen. Das Unternehmen fordert globale Koordination bei Sicherheit und Aufsicht. openai.com

Wohin geht die Reise?

Die Berichte dieser Woche zeigen eine klare Lücke: Einerseits stehen ehrgeizige Projekte wie Weltraum-Rechenzentren (Google) und Modelle, die (fast) auf Augenhöhe mit menschlichen Forschern agieren (Kosmos, Kimi K2). Jedoch zeigt die McKinsey-Studie, dass die meisten Unternehmen noch in Pilotprojekten feststecken und den wahren Wert der KI - die Neugestaltung von Prozessen - bisher nicht heben.

Spannend bleibt die Frage, wie schnell sich diese Lücke schließt und wie wir uns als Gesellschaft auf Systeme vorbereiten, die (wie OpenAI warnt) bald "superintelligent" sein könnten.