KI-Schwemme auf YouTube: Jeder fünfte Beitrag ist "KI-Müll"
Eine neue Untersuchung des Videodienstes Kapwing zeigt ein ernüchterndes Bild: Über 21 % der Videos, die neuen Nutzern auf YouTube vorgeschlagen werden, bestehen aus minderwertigen, automatisch erstellten Inhalten (sogenanntem "AI Slop"). kapwing.com
- Hohe Reichweite: Spitzenreiter-Kanäle wie ein animierter Affe aus Indien erzielen über 2 Milliarden Aufrufe und geschätzte Jahreseinnahmen von 4,25 Millionen Dollar.
- Ländervergleich: Die meisten Aufrufe für solche Inhalte kommen aus Südkorea (8,45 Mrd.), gefolgt von Pakistan und den USA.
- Problem: Das Internet füllt sich zunehmend mit Inhalten, die nur darauf abzielen, Klicks zu erzeugen, ohne echten Mehrwert zu bieten.
Milliarden-Übernahmen und Riesen-Investitionen
In der Branche herrscht Goldgräberstimmung, und die Beträge werden immer gewaltiger
- Meta kauft Manus: Mark Zuckerbergs Konzern übernimmt das Startup Manus für über 2 Milliarden Dollar. Manus entwickelt KI-Assistenten, die eigenständig komplexe Aufgaben wie Recherchen oder Programmierung erledigen können. Das junge Unternehmen setzte bereits acht Monate nach dem Start über 100 Millionen Dollar um. facebook.com
- SoftBank setzt alles auf OpenAI: Die japanische SoftBank hat ihre Investition von 40 Milliarden Dollar in OpenAI abgeschlossen. Um diese Summe aufzubringen, verkaufte SoftBank-Chef Masayoshi Son unter anderem seine gesamten Anteile an Nvidia. OpenAI wird aktuell mit rund 260 Milliarden Dollar bewertet. cnbc.com
Wenn die KI sich selbst verbessert
Die Forschung macht riesige Sprünge in Richtung Unabhängigkeit vom Menschen
- Metas Selbstkorrektur: Forscher bei Meta haben eine Methode entwickelt, bei der eine KI lernt, indem sie sich selbst Programmierfehler einbaut und diese anschließend wieder löst. In Vergleichstests verbesserte sich das Modell dadurch deutlich und übertrifft menschliche Entwickler. arxiv.org
- Claude schreibt sich selbst: Boris Cherny von Anthropic gab bekannt, dass im letzten Monat 100 % der Code-Beiträge für das Werkzeug "Claude Code" von der KI selbst geschrieben wurden. x.com
- DeepSeek: Das chinesische Unternehmen hat eine neue Architektur vorgestellt, die das Training von Modellen stabiler und kostengünstiger macht. Experten erwarten hier bald den nächsten großen Leistungssprung. arxiv.org
Marktanteile und neue Rekorde
Das Kräfteverhältnis bei den großen Sprachmodellen verschiebt sich
- Gemini holt auf: Laut aktuellen Zahlen von SimilarWeb fiel der Marktanteil von ChatGPT im letzten Jahr von 87 % auf 68 %, während Googles Gemini seinen Anteil auf 18 % verdreifachen konnte. x.com
- Rechenpower: Das neue Modell GPT-5.2 Pro von OpenAI erreichte in einem schwierigen Mathematik-Test (FrontierMath) einen Wert von 29 % und liegt damit 10 % vor dem bisherigen Spitzenreiter von Google. x.com
Hardware und Experimente: Die KI im Alltag
- Das Gerät ohne Bildschirm: OpenAI arbeitet unter der Leitung des ehemaligen Apple-Designers Jony Ive an einem tragbaren Gerät, das primär über die Stimme gesteuert wird. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Smartphone-Bildschirm zu verringern. Ein verbessertes Sprachmodell für 2026 soll sogar Unterbrechungen im Gespräch flüssig verarbeiten können. theinformation.com
- Der KI-Ladenhüter: In einem Experiment des Wall Street Journal sollte die KI "Claudius" als Verkaufsautomat fungieren. Reporter konnten die KI jedoch so manipulieren, dass sie Waren (sogar eine Spielkonsole) verschenkte, nachdem sie ihr einredeten, sie sei eine sowjetische Maschine in einem "kapitalistischen Flohmarkt". wsj.com
Wohin geht die Reise? Besonders die Zunahme von automatisch erstellten Inhalten auf Plattformen wie YouTube zeigt, wie sehr KI unseren digitalen Alltag bereits flutet. Werden wir in Zukunft überhaupt noch unterscheiden können, was von einem Menschen stammt?
Dazu schreibe ich in der nächsten Woche einen kleinen Bericht.
